Geh nach Hause (und ruh dich aus)

2014-03-19-09-26-15

Als Koske nach drei Monaten zum ersten Mal wieder zur Arbeit fuhr, fragte er sich, wie die Kollegen ihn begrüßen würden. Wer würde so tun, als wäre nichts gewesen? Wer würde ihn ausfragen? Wer würde ihn meiden und wer sich freuen?
Wer würde ihn trösten?
Auf den Firmenparkplatz fiel ihm eine Mail ein, die er vor Wochen bekommen, angelesen und wieder weggeklickt hatte. Das Gelände war vergrößert worden, die Stellplätze neu verteilt, er konnte sich nicht genau erinnern. Er merkte, dass er anfing, schneller zu atmen.
Es ist nicht so schlimm, sagte er sich. Du kannst nichts dafür. Es wird nichts passieren, wenn du deinen Wagen jetzt einfach irgendwo hinstellst. Und wenn doch, dann kannst du darauf reagieren. Es ist nicht so schlimm.
Nachdem er eine Weile im Schritttempo durch die Reihen gefahren war, fand er fünf freie Stellplätze nebeneinander. Er parkte auf dem Mittleren, stellte den Motor ab und wandte sich Richtung Beifahrersitz, bis ihm einfiel, dass er seine Tasche vor drei Monaten im Büro zurückgelassen hatte. Warum hatte nie jemand angeboten, sie ihm zu bringen oder zu schicken? Koske stieg aus.

Der Weg über den Parkplatz kam ihm unangenehm weit vor, und mit jedem Schritt fürchtete er, der Mut könnte ihn verlassen.
Es ist nicht so schlimm. Du kannst nichts dafür.
Der Pförtner blickte kurz auf und nickte ihm zu, als hätten sie einander gestern erst gesehen. Im Wartebereich vor den Fahrstühlen stand Maria zwischen den Hydrokulturpflanzen und blätterte in einer Lesezirkelzeitschrift. Als sie sich nach ihm umdrehte und trotzdem weiterblätterte, merkte Koske, dass sie auf ihn gewartet hatte. Er lächelte, als müsste er dafür Gesteinsschichten von seinem Gesicht sprengen.
„Na?“, sagte Maria räusperte sich wie jemand, der sich eigentlich eine andere Begrüßung zurechtgelegt hatte.
„Na?“, sagte Koske und ließ sich umarmen.
„Schön, dich zu sehen“, sagte Maria und rief den Fahrstuhl.
„Schön, dich zu sehen“, sagte Koske. Sie lachten. Vielleicht wiederhole ich einfach den ganzen Tag, was die anderen sagen, dachte Koske mit einer gewissen Heiterkeit.
Im Fahrstuhl fragte Maria: „Und, wie geht’s dir?“
„Ganz gut“, sagte Koske. „Besser als vor drei Monaten.“ Es ist nicht so schlimm. Maria nickte.
„Und, was gibt’s Neues?“, fragte er. „Außer, dass der Parkplatz größer geworden ist.“
„Ja“, sagte Maria mit einem Seitenblick, „mir kommt er auch jeden Tag größer vor. Aber sonst ist alles wie immer. Es wird sein, als wärst du nie weg gewesen.“

Maria eskortierte ihn durch das Großraumbüro. Ein paar neue Gesichter, ein paar vertraute, die nicht aufblickten oder sich abwandten. Scholzi, der plötzlich dringend in die andere Richtung telefonieren musste. Aber dann standen Krämer, Fischbeck und Jürgen fast gleichzeitig auf, wobei Jürgen sich die Hände an der Cordhose abwischte. Für einen Moment entstand ein kleines Durcheinander, als keiner wusste, wer Koske jetzt zuerst begrüßen sollte und wie, mit Händedruck oder männlicher Umarmung. Fast gleichzeitig traten alle einen Schritt zurück, auch Koske, und das Großraumbüro tanzte vor seinen Augen. Es ist nicht so schlimm. Es kann nichts passieren.
„Na, endlich“, sagte Jürgen und gab ihm die Hand, sie war noch feucht. „Wurde ja auch Zeit.“ Koske grinste.
„Willkommen zurück“, sagten Krämer und Fischbeck aus Versehen zugleich, und alle lachten ein wenig. Scholzi drängte sich an der kleinen Gruppe vorbei, als die kurze Stille länger zu werden drohte, sagte aber nichts, sondern guckte nur und wedelte entschuldigend mit einem Fax, was wohl bedeuten sollte: Wir reden in Ruhe, wenn ich das hier erledigt habe.
„Komm“, sagte Maria, „wir gehen mal zum Chef.“
Koske nickte und wandte sich zum Gehen, stellte aber fest, dass er nicht mehr genau wusste, in welchem Zimmer am Rande des Großraumbüros der Chef saß. Ihm war, als würde er es umso weniger wissen, je gründlicher er darüber nachdachte.
„Ladys first“, sagte er. Die anderen schmunzelten wie über ein gelungenes Bonmot und klopften ihm auf die Schultern. Maria steuerte in eine Richtung, die Koske nicht vermutet hätte.

Sein Chef telefonierte und winkte sie herein, als er sie im Türrahmen sah. Maria schob Koske ins Büro und sagte halblaut: „Viel Glück.“ Dann zog sie die Tür hinter sich zu.
Sein Chef klemmte den Telefonhörer zwischen Schulter und Kinn, deutete mit der einen Hand auf den Besucherstuhl vor seinem Schreibtisch und machte mit der anderen eine ungeduldig rotierende Geste, die offenbar dem langatmigen Vortrag am anderen Ende der Leitung galt.
„Gut, dann verbleiben wir bis auf Weiteres erstmal so“, sagte er und verdrehte die Augen. „Ich muss jetzt Schluss machen, hier ist gerade was reingekommen. Ja. Ja. Gut. Wir werden sehen. Das machen wir. Ihnen auch.“ Dann legte er auf, sagte „Scheißkunden!“, lachte und gab Koske, der noch stand, im Sitzen die Hand und zog ihn hinab auf den Besucherstuhl.
„Guten Morgen“, sagte Koske. „Da bin ich wieder.“
„Und keine Minute zu früh!“, rief sein Chef und lachte. Um gleich darauf ernst zu werden. „Verstehen Sie das bitte nicht falsch. Wir haben immer gesagt: Sie kommen wieder, wenn Sie wiederkommen. Und jetzt sind Sie wiedergekommen.“
Koske nickte.
„Haben Sie alles gut überstanden?“, fragte sein Chef.
„Ja“, sagte Koske. „Es ist nicht so schlimm.“ Er spürte, wie er errötete.
„Sie sind gut“, sagte sein Chef. „Sie haben uns einen Riesenschrecken eingejagt.“
„Das tut mir Leid“, sagte Koske.
„So habe ich das nicht gemeint. Aber jetzt lassen Sie’s ein bisschen ruhiger angehen, ja?“
„Ich bin fit“, sagte Koske.
„Daran zweifele ich nicht“, sagte sein Chef zweifelnd. „Und was bedeutet das jetzt für Sie? Nehmen Sie Medikamente?“
Koske zögerte. „Ich weiß“, sagte sein Chef und lehnte sich zurück, „das darf ich Sie gar nicht fragen. Es war auch eher aus persönlichem Interesse. Und es ist ja vielleicht auch ganz gut, das zu wissen. Falls mal wieder so was … wovon ich aber natürlich nicht ausgehe. Und wenn, dann …“ Sein Chef ruderte mit den Armen. „Dann kriegen wir das beim nächsten Mal auch besser hin.“
„Es wird nichts passieren“, sagte Koske.
„Ich weiß“, sagte sein Chef. Sie schwiegen, bis er in die Hände klatschte. Koske erschrak, was sein Chef registrierte und die eben geklatschten Handflächen nach außen wandte, als wollte er Koske von ihrer Harmlosigkeit überzeugen.
„Dann mal an die Arbeit“, sagte sein Chef. „Und wie gesagt: Lassen Sie’s langsam angehen.“

Draußen wartete Maria auf ihn.
„Und, wie ist es gegangen?“
„Der Chef ist ganz der alte“, sagte Koske, der sich in diesem Moment nicht daran erinnern konnte, wie sein Chef aussah. Er war dankbar, dass Maria ihn zu einem Büro führte, das offenbar seines war. Sie beobachtete ihn, während er sich hinter den Schreibtisch setzte und seinen Computer anschaltete, in einer Bewegung, wie früher. Neben seinem Stuhl stand eine Aktentasche. Koske wich vor ihr zurück, verblüfft von der Abscheu, die die Tasche in ihm auslöste. Mit der Fußspitze schob er sie unter die Tischplatte, bis er sie nicht mehr sehen konnte.
„Wir reden beim Mittagessen“, sagte Maria.
Koske nickte, gleichzeitig schüttelte er den Kopf. „Ja, also, mal sehen. Mal gucken, was hier so alles aufgelaufen ist. Ich will mich erstmal orientieren.“
„Alles klar. Du sagst Bescheid.“ In der Tür blieb sie stehen. Koske blickte auf. „Ach, nichts“, sagte sie. „Du weißt schon.“ Koske nickte. Aber er wusste nicht.
Nach einer Weile rief er einen Techniker an, weil sein Passwort für den E-Mail-Account ungültig war. Der Techniker sagte, es wäre das gleiche Passwort wie immer. Koske wartete, bis der Techniker das Passwort zurückgesetzt hatte.
„Sie können jetzt ein Neues eingeben.“
Koske sah, wie seine Finger „nichtsoschlimm“ ins Dialogfeld tippten.
„Das ist nur halb sicher“, sagte der Techniker. „Wir empfehlen eine Buchstaben-Zahlen-Kombination.“
Koske konzentrierte sich und tippte hinter „nichtsoschlimm“ noch „1972“, das war sein Geburtsjahr.
„Na gut“, sagte der Techniker. „Sie können das jederzeit unter Einstellungen ändern.“
Koske nickte.
„Sind Sie noch da?“, fragte der Techniker. „Ja, danke“, sagte Koske und legte auf.

Nachdem er sich mit seinem neuen Passwort eingeloggt hatte, rauschten die Terminerinnerungen auf seinen Bildschirm, kleine Erinnerungsfenster, die sich in der rechten unteren Ecke seines Desktops stapelten, bis eines erschien, auf dem Stand: „… und 237 weitere Terminerinnerungen.“ Koske begann, sie wegzuklicken, fand aber das Feld nicht, dass er hätte anwählen müssen, um sie alle auf einmal zum Verschwinden zu bringen. Er klickte und klickte, aber da die Fenster nicht genau deckungsgleich aufeinander gestapelt waren, sondern sich parallel jeweils um ein oder zwei Millitmeter verschoben, so dass sie zusammen kein Rechteck, sondern eine Raute bildeten, konnte er nicht einfach nur klicken, sondern musste mit dem Pfeil den kleinen, jeweils ein kleines Stück zur Seite wandernden Abbruch-Feldern folgen. Immer wieder traf er daneben, und dann öffnete sich der betreffende Termin als bildschirmfüllendes Kalenderereignis, und in diesen Momenten war Koske, als erlebte er die vergangenen Wochen und Monate, an denen er nicht teilgenommen hatte, rückwärts und im Schnelldurchgang, aber reduziert auf im Nachhinein sinnlose Kombinationen von Orten, Themen und Teilnehmern: „Strategien III, Vertrieb und Logistik“, „Großer Konfi“, „Kleiner Konfi“, „Quartalsziele Neu“, „Quartalsziele Schluss“, „Strategien IV, Vertrieb und Lager“, „Alter Konfi“, „Neuer Konfi“, „Scholz und 5 andere“, „Fischbeck und 11 andere“, „Brainstorming Ziele“, „Brainstorming Reichweiten“, „Brainstorming Konfi und andere“. Koske zog den Kopf ein wenig zwischen die Schultern, als liefe er durch ungünstiges Wetter.
Dann ging ein Termin auf, der nur an ihn selbst gerichtet war. Er war weit zurück gegangen jetzt, ins unwegsame Gelände von Terminen, an deren Abmachung er sich noch erinnern konnte, damals, als diese Termine in weiter Ferne zu liegen schienen oder jedenfalls so weit weg, dass man mit Vorbereitungen noch nicht beginnen musste und gegebenenfalls Bedenken noch verdrängen konnte. Der Termin kam von Scholzi, Zeit: Montag, 31. März, 8 bis 9 Uhr, ungewöhnlich früh und ungewöhnlich lang, Ort: Scholzis Büro, Teilnehmer: nur Koske. Und Scholzi.
Der Termin hatte nie stattgefunden, denn am 31. März war Koske längst weggewesen. Aber er erinnerte sich, dass er Scholzi immer hatte fragen wollen, was es auf sich hatte mit dem Termin. Als Thema stand in der Betreffzeile: „Div“. Es war vermutlich als Abkürzung gemeint für „Verschiedenes“, aber so, ohne Punkt, sah es aus wie ein südeuropäischer Vorname: Div kommt bald, was sollen wir mit ihm machen, wo können wir ihn am besten einsetzen, er soll ja nicht ganz einfach sein, komm, lass uns mal ein paar Ideen entwickeln, ein bisschen rumspinnen, drüber reden.
Koske blickte auf. Scholzi stand vor seinem Schreibtisch und blickte auf ihn hinab, keine Ahnung, wie lange schon. Scholzi machte sich einen Spaß daraus, Büros so leise wie möglich zu betreten und sich dann zu räuspern, um die anderen zu erschrecken. Das Räuspern hatte er diesmal ausgelassen, vielleicht, weil er sich aus alter Gewohnheit angeschlichen hatte, und dann war ihm im letzten Moment klar geworden, dass es, bei Koskes Vorgeschichte, vielleicht geschmacklos und alles andere als ratsam war, kurz: keine gute Idee, sich an ihn heranzuschleichen und ihn zu erschrecken.
Koske lächelte. Dann löste sich etwas in ihm und er lachte ein bisschen.
Scholzis glattes, weiches, ein wenig graues Gesicht entspannte sich, aber seine Augen blieben wachsam. „Was ist so komisch?“, fragte er und wollte sich setzen, aber es gab keinen Stuhl in Koskes Büro außer dem, auf dem Koske saß, so, als hätte niemand erwartet, dass er jemals wieder Besuch bekommen würde.
„Ich glaube, Fischbeck hat deinen Besucherstuhl“, sagte Scholzi. „Der hat ihm immer so gut gefallen. Ist ja auch ein Klassiker.“ Dann setzte er sich auf den Rand von Koskes Tischplatte, vorsichtig wie auf ein Krankenbett, wenn alle Stühle im Zimmer von besorgten Angehörigen belegt sind.
„Ich musste nur gerade daran denken“, sagte Koske, „wie du dich mal unter Marias Schreibtisch versteckt hast. Und als sie aus der Kantine kam und sich wieder hingesetzt hat, hast du geknurrt wie ein Hund und dann nach ihrem Knöchel geschnappt.“
„Ich weiß“, sagte Scholzi, der sich über seinen Bauch hinweg zu Koske drehen musste, weil sein Körper, seit er auf der Schreibtischkante saß, eigentlich in die andere Richtung zeigte. „Und sie hat so geschrien, dass ich mich wahnsinnig erschrocken habe und mir den Kopf von unten an ihrer Tischplatte gestoßen habe, genauer gesagt an der Flügelmutter ihrer Schreibtischlampe, und das hat wahnsinnig geblutet, und die Narbe habe ich heute noch, hier, geblutet wie irre.“
Er beugte sich nach vorn und teilte mit ein paar Fingern die dünnen Haare oberhalb seiner Stirn, um Koske einen besseren Blick auf seine Kopfhaut zu verschaffen. Koske sah nichts.
„Boah“, sagte Koske, um nicht länger auf die Kopfhaut von Scholzi starren zu müssen.
„Geblutet wie irre“, wiederholte Scholzi, „ich kann dir sagen.“
Jetzt kam auch noch Maria in sein Büro, und Koske merkte, dass er körperlich verwirrt war: Normalerweise lehnte er sich nach vorne, wenn Maria ins Zimmer kam, aber weil Scholzi mit dem halben Hintern und seinem breiten Oberschenkel auf Koskes Schreibtisch saß, lehnte Koske sich schon die ganze Zeit zurück so weit es eben ging. Er rollte beiseite, um Maria besser sehen zu können.
„Na, Jungs“, sagte Maria. „Ist ja wie in alten Zeiten hier.“
„Ja“, sagte Scholzi. „Wir schwelgen gerade in Erinnerungen.“
Es entstand eine kurze Pause, und Koske wurde klar, dass er, gewissermaßen als Hausherr, dafür zuständig war, dass alle es nett hatten bei ihm im Büro. Am besten, indem er etwas sagte, mit dem beide was anfangen konnten.
Ihm fiel nichts ein. Er lächelte und wippte ein wenig auf seinem Stuhl. Maria lächelte mit eingerollten Lippen, aufmunternd, anerkennend aber auch konzentriert und mit einem nur teilweise unterdrückten Anflug von Skepsis, so, als leiste jemand gerade Herausragendes, was jedoch jeden Augenblick schief gehen konnte.
„Will gar nicht recht Feierabend werden“, sagte Scholzi und machte Anstalten aufzustehen.
„Sag mal“, sagte Koske, der plötzlich in Eile war, „was war das eigentlich für ein Termin hier, also, damals, am 31. März?“
Maria und Scholzi warfen einander einen Blick zu, und es war nicht klar, wer damit angefangen hatte, von wem der Blick zuerst gekommen war.
„Diverses“, sagte Koske, „irgendwie ist das der einzige interessante Termin, den ich gehabt hätte. Nichts gegen die ganzen Reichweiten-Brainstormings, Maria. Aber Diverses, das klingt irgendwie spannend.“
„Glamourös geradezu“, sagte Maria, jetzt, ohne den Blick von Scholzi zu wenden.
„Ach, Verschiedenes halt“, sagte Scholzi, „alles mögliche. Allerhand. Die unterschiedlichsten Dinge. Alles, was sich so angesammelt hat, und man müsste längst mal drüber reden. Um zu sehen, wie … hm. Ist ja jetzt schon wieder was her.“
„Ich verstehe kein Wort“, sagte Maria, als hätte sie nach dem Termin gefragt. Koske lehnte sich zurück.
„Was weiß ich“, sagte Scholzi. „Machen wir halt einen neuen Termin. Gibt aber im Moment nicht viel zu besprechen, würde ich sagen.“ Dann klopfte er auf Koskes Schreibtisch wie in der Kneipe. Beim Hinausgehen wandte er den Blick nicht von Maria.
Als er weg war, machte Maria die Tür zu. Dann sah sie, dass es keinen Besucherstuhl gab. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und lief durchs Zimmer, ein paar Mal, bevor sie am Fenster stehen blieb.
„Wir müssen reden“, sagte sie, ohne ihn anzuschauen.
„Das höre ich nicht zum ersten Mal“, sagte Koske.
„Bist du gesund oder bist du krank?“
„Warum?“
„Kann ich dir was sagen oder muss ich dich schonen?“
„Schau doch einfach, was passiert.“
„Ich weiß nicht, ob das eine gute Idee ist. Nach allem. Und so weiter.“
„Ich bin gesund genug.“
„Na gut.“ Maria lief noch mal durchs Zimmer, weniger entschlossen als zuvor.
„Also sag schon“, bat Koske. Sein Blick fiel auf die Tasche in der Nähe seiner Füße, und etwas an ihrer Farbe erinnerte ihn an einen Alptraum, den er als Kind immer wieder gehabt hatte: er, seltsam körperlos, in einem weißen See schwimmend, vielleicht in Milch, und daraus ragte schräge, rot-weiß geringelte Stangen wie Strohhalme oder Zuckerstangen, die sich langsam im Kreis um eine braune Insel bewegten, und im Mund hatte er den Geschmack von Ausweglosigkeit und absolut endgültiger Verlorenheit, obwohl er schwimmen konnte und nicht erkennen konnte, worin die Bedrohung lag oder woher sie noch würde kommen können. Koske rieb sich mit beiden Händen das Gesicht und stellte fest, dass er einen Bart hatte. Erst zuckte er zurück, dann prüfte er vorsichtig die Länge und den Stil. Saubere Konturen, aber ein Vollbart, vielleicht fünf oder sechs Millimeter Haarlänge, aber das war schwer zu schätzen mit den eigenen Fingern.
„Wie findest du eigentlich den Bart?“, fragte er Maria, die nicht zu wissen schien, wo sie anfangen sollte. Ohne ihn anzusehen, sagte sie: „Geht so. Tut mir leid.“
„Schon in Ordnung“, sagte Koske, „ist nur ein Experiment.“
„Die wollten dich gehen lassen“, sagte Maria in seine letzte Silbe. „Ich kenn doch die ganzen Pläne. Das geht doch schon seit ein, zwei Jahren so. Das kommt auch gar nicht vom Chef, geschweige denn von Scholzi. Das kommt direkt aus Köln.“
Koske dachte: Der Schreibtisch ist ganz schön leer. Vielleicht wäre ein Foto schön.
„Aber das überrascht dich gar nicht, oder? Das hast du gewusst, stimmt’s?“
Koske zuckte mit den Achseln. Seine Hände taten weh. Mit dem Fuß schob er die Tasche ein Stück nach vorne, bis sie auf Marias Seite unter dem Schreibtisch hervorragte.
„Tust du mir einen Gefallen“, sagte er, „und schaust mal bitte, was in der Tasche ist.“
Maria runzelte die Stirn, bückte sich und nahm die braune Ledertasche. An ihrer Bewegung sah Koske, dass die Tasche offenbar recht leicht war. Maria öffnete den Schnappverschluss und verzog das Gesicht. Mit spitzen Fingern zog sie eine Plastikflasche hervor, auf deren Etikett etwas von Saftschorle zu lesen war, und oben hatte sie eines dieser sportlichen Trinkventile. Die Flasche war halb voll, die Flüssigkeit trüb und von einer fingerdicken Schimmelschicht zugedeckt. Maria stellte sie auf den Tisch, ohne ein Wort zu sagen. Als nächstes holte sie eine Brotdose aus der Tasche, Tupper, und durch das hellblaue Plastik sah Koske dunkle Schatten. Maria, unerschrocken, öffnete die Brotdose und Koske sah, dass sie Mühe hatte, ihren Würgereiz zu unterdrücken, bevor sie die Brotdose und ihren Inhalt dahin warf, wo eigentlich ein Mülleimer hätte stehen müssen.
„Das war vielleicht kein langer Tag“, sagte Koske, „aber ich glaube, ich mach mal Schluss für heute. Kantine lieber morgen?“
Maria strich ihren schwarzen Rock glatt, vielleicht wollte sie aber auch nur etwas Unsichtbares von ihnen abwischen.
„Kantine lieber morgen“, sagte sie, „ist gut, ich hab im Moment sowieso keinen Hunger.“

Koske legte die Tasche auf den Boden, hab die Lasche und bewegte die Tupperdose und die Flasche mit dem Fuß hinein. Dann schloss er sie und nahm sie mit, denn er wollte das Richtige tun.
Sein Chef blickte kurz auf, als Koske den Kopf in sein Büro steckte. Koske sah, dass auf dem Besucherstuhl ein Mantel lag, der vermutlich seiner war.
„Ach“, sagte sein Chef, „mit Bart habe ich Sie fast gar nicht erkannt. Steht Ihnen aber gut.“
„Danke“, sagte Koske und zeigte mit fragendem Gesichtsausdruck auf den Mantel.
„Ja ja, nehmen Sie, nehmen Sie. Den haben Sie vorhin hier vergessen.“
Koske durchmaß den Raum mit zwei Schritten, griff den dunklen Mantel und warf ihn sich schwungvoll über die Schulter wie ein Cowboy seinen Sattel. Es fühlte sich seltsam unpassend an und sah vermutlich auch so aus. In der Bewegung fiel ein Schlüsselbund aus dem Mantel auf die Auslegware. Koske bückte sich und hob es auf. Beim Hochkommen wurde ihm schwindlig.
„Das war jetzt ein kurzer Tag“, hörte er sich sagen. „Aber ich komm gern jetzt gleich auf Ihr Angebot zurück. Ist doch noch ein bisschen viel, so für den Anfang.“
„Ja, ja ja“, sagte sein Chef. „Gehen Sie nach Hause und ruhen Sie sich aus.“

Koske lief durch das Großraumbüro Richtung Fahrstuhl, ohne mit jemandem Blickkontakt aufzunehmen. Er lächelte neutral ein wenig in die Richtung aller, die er am Rande seines Gesichtsfeldes beieinander stehen sah, und bevor er den Fahrstuhl betrat, schwenkte er das Schlüsselbund im Gehen ein wenig auf Höhe seines Kopfes wie ein Glöckchen. Dem Pförtner nickte er zu, und in der Drehtür merkte er, dass er noch immer nickte, als fiele ihm die ganze Zeit über etwas ein, was er nur bestätigen konnte.
Der Parkplatz war jetzt voll und Koske kam sich vor, als gehörte er genau hierhin: ein Mann, der von der Arbeit kommt, Tasche in der Hand, Mantel über der Schulter, Autoschlüssel bereit, zuversichtlich nickend. Allerdings schien der Parkplatz zur Straße hin immer abschüssiger zu werden, und Koske bekam einen Schreck, weil er nicht mehr wusste, ob er die Handbremse angezogen hatte, bevor er ausgestiegen war. Wenn sein Auto jetzt aus vom Stellplatz gerollt und ein anderes beschädigt hatte: zu peinlich!
Der Schreck wollte nicht aufhören, Koske ging schneller und atmete schwer. Aber ich weiß ja gar nicht, wo mein Auto ist!, dachte er, weil er hoffte, dieser Gedanke könnte ihn trösten: Wenn er sein Auto nicht fand, konnte es auch keinen peinlichen Vorfall mit Parkschaden gegeben haben. Es war alles nicht so schlimm. Koske nickte und fing ein wenig an zu laufen. Es konnte ja sein, dass er es eilig hatte. Andererseits wurde der Parkplatz dadurch wieder kleiner, bald würde er die Straße erreicht haben, und er wusste nicht nur nicht, wo sein Auto war; wenn er wirklich darüber nachdachte, wusste er nicht einmal, welches sein Auto war, wie es aussah, welches Fabrikat und welche Farbe. Koske blieb stehen und blickte sich um. Vielleicht zweihundert Autos, die alle relativ gleich aussahen. Er staunte, weil sich nichts veränderte: Kein Wissen kam auf oder über ihn. Zurück ins Büro? Undenkbar. Er blickte sich um und sah eine kleine Gruppe von Bäumen, die von Ziehhölzern umgeben waren. Zu schmächtig, um sich dahinter zu verstecken; aber zwischen ihnen standen die Müllcontainer in mit Kieselplatten verkleideten Containerbuchten. Dort konnte er sich niederkauern und warten, bis Feierabend war und nach und nach alle anderen Autos den Parkplatz verlassen hatten. Das Wetter ging. Allerdings hatte er keinen Proviant.
Dann musste er lachen. Lächerlich! Sich hinter Containern zu verstecken, um das Auto zu finden. Dabei hatte er die Lösung genau hier in der Hand. Er hob den Autoschlüssel auf Bauchhöhe und drückte auf die Fernschließe. Nichts geschah. Unauffällig ging er ein paar Schritte weiter in den Mittelgang. Von hier deckte er mehr Parkplatz ab, hier in der Nähe war die Autodichte höher als am Rand. Er drückte noch einmal, und etwa fünf Meter von ihm entfernt leuchteten die Scheinwerfer eines schwarzen Passat auf.
Na bitte, dachte Koske und setzte sich in den Wagen. Der Innenraum roch seltsam chemisch: scharf, ein wenig giftig und unvertraut. Er legte den Mantel und die Tasche auf den Beifahrersitz, schnallte sich an und wollte losfahren. Automatik war allerdings schwierig, daran musste er sich erst gewöhnen. Fuß auf die Bremse, Hebel auf D. Oh! Nein, Hebel auf R. Im Prinzip aber nicht schlecht. Gerade in der Stadt. Gut, dass er sich dafür entschieden hatte, auch wenn er nicht mehr wusste, wann das gewesen war und was am Ende den Ausschlag gegeben hatte. Er erinnerte sich dunkel an jemanden, der nie mit der Schaltung zurechtgekommen war. Seine Frau? Ein ziemlich erwachsenes Kind, das vor gar nicht langer Zeit den Führerschein gemacht hatte?
Das war alles undeutlich, als stünden die Informationen auf Tafeln am Wegesrand, und er führe mit leicht überhöhter Geschwindigkeit daran vorbei. Zu Hause würde ihm das alles wieder einfallen, und zu Hause müsste er sich auch das mit dem Bart noch mal überlegen.
Dort, wo die nach seiner Firma benannte Straße in die Hauptverkehrsader des Gewerbegebietes mündete, wusste Koske nicht, ob er rechts oder links abbiegen musste. Am liebsten wäre er geradeaus gefahren, aber dort war ein Schnellrestaurant und dahinter eine Brache. Hinter ihm hupte man. Er bog nach links.
Nicht so schlimm, dachte er. Zu Hause klärt sich das. Home sweet home.
Und dann musste er wieder ein wenig lachen, erleichtert, weil ihm klar wurde, wie einfach alles war, und das alle Antworten immer genau dort waren und immer genau dann verfügbar, wo und wann er sie brauchte. Jetzt zum Beispiel: das Navi, das er ohne Probleme einstellen konnte, und wo er mit dem Finger auf dem Touchscreen nur die Home-Einstellung anwählen musste: ein kleines putziges Haus-Symbol, komplett mit Spitzdach und stilisiertem Schornstein, und schon wurde die Route berechnet. Es war gar nicht weit: 2,7 Kilometer. Und er war genau richtig abgebogen! Gut, vielleicht ein Zufall, und rechts wäre wohl auch gegangen, denn die Straße durchs Gewerbegebiet verlief in einem Halbkreis. Eigentlich schade, dass er in acht Minuten, nein: in sieben! zu Hause sein würde, denn das Fahren lief gut. Er kam zurecht. Noch nicht mal Mittag, ein milder Tag, wenig Verkehr. Richtung Innenstadt wäre es voller, aber Koske folgte den Anweisungen des Navigationssystems und bog ab Richtung Randlage. Neue Supermärkte, frisch gepflanzte Straßenbäume. Durch die Lüftung ein Geruch von feuchtem Beton und Kies, hier wurde gebaut, hier passierte noch was. Schöne Siedlungen, viele Kinder. Waren das noch Reihenhäuser oder schon Stadthäuser? Schmal, aber elegant, mit optimaler Raumausnutzung. Spielstraßen. Laufräder. Zweitwagen. Flachdächer, Terrassen, schmale Gärten mit Rollrasen. Es gefiel ihm gut, aber er mochte nicht anhalten. Er sah sich mehr als einer, der hier durchrollte und mal guckte. Warum auch nicht. Das war gute Architektur, das sah man gleich. Und das meiste verkauft, ganz wenig tote Fenster. Weiter hinten wurden sie mehr, wo alles an Gelände grenzte, das noch nicht erschlossen war. Aber es gab immer noch genug Bobby-Cars auf den Gehwegen und Sonnenblumen in den Vorgärten. Kinderblumen.
„Das Ziel befindet sich rechts.“ Als hätte er es geahnt, war er langsamer geworden und konnte den Wagen nun ausrollen lassen. Ein wenig ungeübt stellte Koske die Automatik auf „P“, stellte den Motor aus und schnallte sich ab. Durch die Frontscheibe und das Fenster der Beifahrertür betrachtete er das Haus, vor dem er geparkt hatte. Reihenendhaus, zwei Stockwerke. Nur eines der beiden Fenster im ersten Stock hatte Gardinen, sie waren zugezogen. Alle anderen Fenster waren dunkel, schiefergrau, weil sie das Tageslicht so reflektierten, dass sie blickdicht wurden. Hinter dem Küchenfenster huschte etwas, ein Mensch oder ein großes Tier. Also wohl eher: ein Mensch. Koske atmete tief durch. Nie einfach, am Feierabend nach Hause zu kommen. Egal, wie früh am Vormittag es sein mochte. Er nahm seine Tasche und den Mantel, stieg aus und lief schweren Schrittes die paar Meter über den betonierten Weg zur Haustür. Bevor er die drei Stufen zur Tür hinaufsteigen konnte, ging die Tür auf, eine Frau trat auf die Schwelle und blickte auf ihn hinab. Bevor Koske sie genauer betrachten konnte, schrie sie ihn an: „Wo bist du gewesen?“
Koske wich einen Schritt zurück, aber die Frau, die etwa in seinem Alter war, zierlich, blass und mit dunklen Haaren, elektrisch zerzaust, als habe sie sich gerade einen Pullover über den Kopf gezogen, war mit einem seltsam kindlichen Satz bei ihm, packte ihn am Arm und zerrte ihn in Richtung Tür.
„Oh nein“, sagte sie, „oh nein. Du bleibst hier. Du wirst hier gebraucht. Du bringst das wieder in Ordnung.“
Weil sie an ihm zog, machte Koske sich schwer, instinktiv ließ er sich zurückfallen und kämpfte gegen das Gefühl, zu etwas gezwungen zu werden. Die Frau bekam seinen Mantel zu fassen, den er ja aber gar nicht trug, weshalb er sofort zu Boden segelte und sie, weil sie zu viel Kraft eingesetzt hatte, strauchelte. Woraufhin Koske versuchte, sie am Stürzen zu hindern, sie aber duckte sich, als wollte er sie schlagen, und es gab ein Handgemenge, mit dem Koske überhaupt nichts anfangen konnte. Fast war er dankbar, als ein etwas vierzehn Jahre alter Junge mit schlechter Körperhaltung und langem Haar im Türrahmen auftauchte und mit hoher Stimme „Was macht ihr! Was macht ihr!“ rief, bis sie beide aufhörten und nebeneinander ins Haus gingen, wobei Koske merkte, wie sehr die Frau zitterte. Die kleine Diele und der Wohn-Essbereich dahinter waren zugestellt mit Umzugskartons, von der Decke hing eine einzige nackte Glühbirne, und es dauerte einen Moment, bis Koske am Tisch einen dünnen, grauhaarigen alten Mann erkennen konnte, der den Kopf hin- und herwiegte und weinte mit einem Geräusch, das jenem ähnelte, mit dem Kinder Automotoren oder anderes schweres Gerät imitierten.
„Siehst du? Siehst du?“, sagte die Frau.
Koske machte sich von ihr frei. Der Junge ging zur Seite, als fürchte er Koskes Berührung, habe aber bis eben den Gedanken gehabt, ihn zu umarmen oder umarmen zu müssen. Der Alte blickte auf, sah Koske an und schüttelte den Kopf, ohne sein Geräusch zu unterbrechen.
„Ich weiß nicht, was ich hier soll“, sagte Koske.
Der Schlag traf ihn unvorbereitet, er schnappte nach Luft und wich dabei zurück, bis er gegen den Küchentresen stieß. Dort lagen allerhand noch in Zeitung verpackte Küchenutensilien, nur ein Bananenständer aus hellem Holz, an dem eine grüne Bananenhand hing, und das Motorteil eines Pürierstabes waren schon in Gebrauch. Die Frau rieb sich die Hände und schlug sie gleichzeitig vors Gesicht, was aussah, als wollte sie sich die Finger wärmen.
„Du weißt genau, was du hier sollst“, sagte sie. „Du gehst jetzt hoch und tust deine verdammte Pflicht.“
„Am helllichten Vormittag?“, fragte Koske, der eigentlich nur auf die ungewöhnliche Uhrzeit hinweisen wollte. Es klang tonlos, aber ausweichend, und, dachte er, ungewöhnlich eigentlich im Vergleich wozu?
Der Alte am Tisch erhob sich drohend ein wenig aus dem Ikea-Klappstuhl, und dass ihn schnell die Kraft verließ, machte die Bewegung umso erschreckender. Er erinnerte Koske an ein Insekt, dass wild und wütend wird, nachdem man es halb zertreten hat.
„Du gehst jetzt hoch“, sagte die Frau und wandte sich ab von der Treppe. „Und sag nicht wieder, dass alles nicht so schlimm ist. Es ist schlimm. Es ist richtig schlimm. Sag am besten gar nichts. Halt einfach deine verdammte …“
„Mama“, schrie der Junge, der inzwischen zur Verandatür gewandert war wie ein Schatten.
Koske merkte, dass er immer noch die Tasche in der Hand hielt. Er wollte sie an den Tresen lehnen, aber die Frau nahm sie ihm ab und öffnete sie, blickte hinein und schüttelte den Kopf. Als Koske Richtung Treppe ging, sagte sie, schon auf dem Weg zur Spüle: „Schuhe.“
Koske nickte und streifte seine Halbschuhe ab. Seine Beine waren schwer und das Ende der Treppe lag im Halbdunkel. Er griff nach dem Handlauf und atmete ein, was ihm nicht gut gelang. Sobald er das glatte Holz der Stufen unter seinen Sohlen spürte, fühlte er sich verwundbar und heimisch.

Januar 2012

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