Zärtlich auf die Stirn geküsst von der Generation No Future

RTneuBeim Kelleraufräumen ist mir dieses Exemplar unserer alten Schülerzeitung „Roter Turm“ in die Hände gefallen (Schriftzug-Design von Dörte Meyer), und es kommt mir gerade recht, um mich endlich von der etwas unglücklichen Zeile „Angst vorm Schreiben“ zu befreien, die über dem vorigen Beitrag steht. Und die darum wochenlang das erste war, was jeder sah, der auf meine Seite kam. Leute, okay, ich steh dazu, ich hab’s ja selbst drüber geschrieben, aber zwischendurch bekam ich schon langsam den Verdacht, ob das nicht ansatzweise geschäftsschädigend ist: ein Autor, der seine Webseite mit dem Slogan „Angst vorm Schreiben“ eröffnet.

Der Titel dieses Beitrags hier ist auf seine eigene ungelenke Weise natürlich um keinen Deut besser, aber heute abend ist er fresh und außerdem bildet er ab, was man sieht: Ich (links, im Frühjahr 1987), wie ich scheinbar die damalige West-Berliner Schulsenatorin Hanna-Renate Laurien (CDU) auf die Stirn küsse. Zumindest war dieser unfreiwillige und nebenbei bemerkt ja sehr zahme Slapstickcharakter des Bildes der Grund, warum es überhaupt auf den Titel der Schülerzeitung kam: Ey, Till sieht aus, als würde er die alte Laurien auf die Stirn küssen, voll witzig, wa! In Wahrheit war’s in dem Moment wohl sehr laut in der Aula und ich sage ihr gerade in den Haaransatz, dass ich sie herzlich zur Podiumsdiskussion begrüße und in der folgenden Stunde ihr Moderator sein werde. Die Schülerselbstverwaltung hatte die Schulsenatorin eingeladen, um mit ihr über Schulpolitik und Neofaschismus zu diskutieren. Weiterlesen