Da geht’s lang

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Zumindest für mich. Im übertragenen Sinne: Gestern habe ich für die Fortsetzung von „Treibland“ endlich vor Ort recherchiert, und dabei sind mir ein paar Sachen klar geworden, von denen ich bis gestern, eben dort vor Ort, gar nicht wusste, wie unklar sie mir eigentlich waren. Ich kam dann mit schmutzigen Händen und Knien wieder und mit der Gewissheit: Der Abstieg bzw. der Aufstieg kann beginnen.

Anstellerige Geheimniskrämerei, dass ich jetzt nicht genau sagen mag, wo ich war und wo also der nächste Kriminalroman spielt, aber das ist so aus genau dem gleichen Aberglauben, aus dem ich auch nicht lange vorher sagen kann, wie das Buch heißen soll und warum. Jedenfalls geht’s nicht um Höhlenforscher, auch wenn das Foto in die Richtung zu gehen scheint (in Wahrheit hab ich’s gestürzt, Tageslicht nach unten, so viel zum Thema Richtung), und auch wenn mich der Höhlenforscher wegen meiner Klaustrophobie in den letzten zehn Tagen sehr beschäftigt hat.

Bei seiner Geschichte musste ich an die deutlich kleinere, für mich aber unangenehm nähere meines Freundes Jay denken, der einmal in Sibirien in einem Höhlensystem unter der Tundra in einem Schluf stecken blieb, weil sie ihm vorher gesagt hatten, kein Problem, das wäre auch für Anfänger interessant, und dann musste einer hinten drücken und einer vorne ziehen, und Jay wäre gern umgekehrt, aber das ging dann nicht mehr.

Außerdem nervt mich, dass ab einem gewissen Punkt alles, woran man denkt, zu einer Metapher fürs Schreiben wird. Lächerlich.

 

Neues Geschäftsmodell: „Beziehungsberater“ und „Das Leben ist nur eine Phase“ zu verschenken

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Mehr als drei Jahre, nachdem eine joviale PR-Assistentin in Los Angeles dieses Foto von Amanda Seyfried (re.) und mir gemacht hatte, kam ich auf die Idee, meine Remittenden zu verschenken, statt sie zu lagern. Was jedoch nicht erklärt, warum die PR-Assistentin unsere Hände abgeschnitten hat; möglicherweise litt sie unter Chirophobie, worüber ich jetzt aber nicht spekulieren möchte, es wäre unpassend. Danke an dieser Stelle für das Foto!

Update 16. Juni 2014: „Das Leben ist nur eine Phase“ war dann doch sehr schnell weg, ab jetzt nur noch „Beziehungsberater“. Der erste Schwung wird nächste Woche verschickt.

Bei mir im Keller liegt eine nicht unerhebliche Menge von Restexemplaren meiner ersten beiden Bücher „Der kleine Beziehungsberater“ (Reinbek bei Hamburg, 2001) und „Das Leben ist nur eine Phase“ (München, 2007). Statt diese weiter zu lagern, verschenke ich sie ab jetzt lieber an alle Interessierten. Erst wollte ich sie zum Selbstkostenpreis (Porto und Verpackung) abgeben, aber ganz ehrlich, beim Büchersendungstarif sind das €1,50 bis €2,-, damit tun wir uns doch alle keinen Gefallen.

Darum gilt ab jetzt und so lange der Vorrat reicht: Bei Bedarf am „Beziehungsberater“ oder der „Phase“ bitte einfach Nachricht über das Kontaktformular oder über Facebook an mich, dann noch mal, um mich daran zu erinnern, dann die Hoffnung aufgeben, und dann kommt das Buch.

Die Zustellgeschwindigkeit wird möglicherweise auch davon beeinflusst werden, in welchem Ton die Anforderungsnachricht verfasst ist. Im Moment kann ich noch nicht sagen, ob ich besser auf barsche Anweisungen oder auf schmeichelndes Gesäusel reagieren werde. Spannend!

Heilige Highsmith

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I have never found other writers stimulating.“

(Patricia Highsmith: „Plotting and Writing Suspense Fiction“, p. 10)

Freitag war ich im Kino: „Die zwei Gesichter des Januars“, und ich würde sagen, der Film ist super empfehlenswert für Leute, die Kirsten Dunst am Rande der Teilnahmslosigkeit und Viggo Mortensen verwirrt über die Motivationslage seiner Figur chargieren sehen wollen, und die viel Geduld für seltsam klaustrophobische Psychodramen in griechischen 60er-Jahre-Kulissen haben. Zumindest trifft das alles auf mich zu, darum fand ich den Film gut, nicht zuletzt übrigens auch wegen des Hauptdarstellers Oscar Isaac, der den kleinkriminellen Slacker-Poeten Rydal mit einem verzückten Leuchten in den Augen spielt, das man wohl kriegt, wenn Jake Gyllenhaal für die Rolle zu teuer, zu alt und zu muskulös war. Das Beste an dem Film mit dem archaischen Titel (nennt man solche Filme als Verleih heutzutage nicht gewohnheitsmäßig „Lethal Fate“, „Greek Noir“ or „Kill Krete“?) ist aber natürlich, dass er auf dem gleichnamigen Roman von Patricia Highsmith beruht, und ich gucke mir alles an, was mit Patricia Highsmith zu tun hat (wäre ich je im Tessin, auch ihr Grab). Highsmith ist hier in diesem Büro sowas wie die Schutzheilige, oder, was besser zu ihr passen würde, wenn es das gäbe: die Bedrohungsheilige. Weiterlesen