„Treibland“ ist für den Glauser nominiert

IMG_20150317_090042_1Mein Vater hat mir zum Geburtstag diesen Schuber mit allen Kriminalromanen von Friedrich Glauser geschenkt. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Der Grund war, dass einige Tage zuvor mein Krimi „Treibland“ vom vorigen Jahr für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert wurde, denn die Autorenvereinigung Syndikat einmal im Jahr verleiht. Ich habe das erstmal durch Zufall erfahren, in der Redaktion von „Brigitte Woman“, weil meine liebe Kollegin Julia Karnick die entsprechende Pressemitteilung in ihrem Maileingang hatte und mir das so en passant erzählt: „Du fährst nach Büsum!“ Da ist nämlich Ende April im Rahmen der Criminale die Preisverleihung. Ich wusste nicht, wovon sie redet. Ich freue mich, wie wir damals in West-Berlin niemals zu sagen pflegten, urst.

Leider habe ich in den fünf Wochen seit meinem Geburtstag keine Zeit gefunden, die Glauser-Romane aus dem Diogenes-Schuber zu lesen. Erstmal möchte ich die Bücher meiner Mitnominierten lesen, von denen ich bisher nur „Die andere Hälfte der Hoffnung“ von Mechtild Borrmann kenne (ich habe ihr Buch vor der Nominierung auf Krimi-Couch.de besprochen). Zumindest gegen ihr Buch rechne ich mir schonmal nicht so große Chancen aus, es ist wirklich sehr gut.

(Der andere Grund, warum ich den Glauserschuber noch nicht gelesen habe und womöglich auch die Nominierten vor dem 30. April nicht schaffen werde, ist der, dass ich in einer Mischung aus Größenwahn, Trotz und Selbstzerstörungslust angefangen habe, Proust zu lesen. Alter, ich bin im Schuberrausch. Als das vorige Jahr vorüber war, dachte ich so: Jetzt belohnst du dich mal dafür, dass du 2014 einigermaßen über die Runden geschaukelt hast, und kaufst dir was richtig Schönes. Dann schlug sofort dieses protestantische Ding durch, dass ich am Laufen habe. Was außerordentlich ungerecht ist, denn ich bin gar nicht protestantisch, ja, ich war es nie, ich bin nicht mal ausgetreten oder sowas, aber ich bin sowas von geprägt durch dieses protestantische Milieu, in dem ich nie aufgewachsen bin: unfassbar. Also dachte ich: Ja, Belohnung ist gut, aber was mit Bildung. Klassiker lesen usw. Die Proust-Kassette ist sehr schön und kostet knapp einen Hunderter, da ist irgendwie alles dabei: Ästhetik, Belohnung, Konsum, und dann aber eben auch: Arbeit, Bildung. Ganz offen: Ich hatte mir das leichter vorgestellt. Den ersten von sieben Bänden habe ich fast geschafft, aber … ich muss ein andermal darüber berichten, wie und warum die Mischung aus Begeisterung, Langeweile, Überdruss, Ehrfurcht und Trägheit mich daran hindert, den Proust zuzuklappen und ihn für meinen Lebensabend aufzusparen.)

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