Der Jagdinstinkt der Spielverderber

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J.D. Salinger, von einem Paparazzo auf dem Parkplatz fotografiert. Was hatten wir von diesem Foto? Was hatten wir davon, als ein Dokumentarfilm Thomas Pynchon fand und zeigte (oder auch nicht)? Was haben wir von der Enttarnung Elena Ferrantes? (Cover des Story-Zines „GAFFER!“ von F.M. Harfst, 1990)

Was wissen wir nun eigentlich zusätzlich über Elena Ferrante? Warum hat die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ den italienischen Enthüllungsjournalisten Claudio Gatti in einer ebenso aufwendigen wie kleinlichen Recherche das Pseudonym von Elena Ferrante „enttarnen“ lassen? Gatti selbst schreibt: „In einer Zeit, in der alle verzweifelt nach Ruhm und Berühmtheit streben, wollte die Person hinter Ferrante offenbar nicht bekannt werden. Aber der sensationelle Erfolg ihrer Bücher machte die Suche nach ihrer Identität praktisch unvermeidbar. Er hinterließ auch finanzielle Spuren, die für sich selbst sprechen.“ Er schreibt dies nicht vor zwei Tagen in der „FAS“ oder heute in der „FAZ“, sondern in der „New York Review of Books“. Seine Recherchen nämlich sind ein Gemeinschaftswerk im Auftrag von vier Medien in den USA, Italien, Frankreich und Deutschland. (Es ist sicher das gute Recht der „FAS“ und „FAZ“, das zu verschweigen, die „New York Review of Books“ legt es jedoch offen dar.)

Eigentlich sind das alle Hinweise, die wir haben auf die Gründe der Enttarnung: Weiterlesen