Freier Journalismus: Durch die Brille der anderen betrachtet

Ich: Die Augenärztin sagt, die Gleitsichtbrille geht noch. Nur die die Nahsicht hat sich verändert. Darum möchte ich fürs Büro jetzt einfach nur eine Lesebrille, bitte.
Optikerin: Gleitsicht ist aber im Prinzip natürlich besser fürs Büro. Sie blicken doch sicher mal auf und reden mit einem Kollegen, und wenn Sie dann nur eine Lesebrille …
Ich: Nein.
Optikerin: Oder Sie müssen mal eben ein paar Tische weiter.
Ich: Nein.
Optikerin: Es kann ja immer mal sein, dass jemand vorbeikommt.
Ich: Also, äh … nein.
Optikerin: Wenn Sie ganz schnell zum Chef müssen.
Ich: Nein.
Optikerin: Oder angenommen, Sie haben eine Besprechung.
Ich: Ganz ehrlich … nein.
Optikerin:
Ich: Sind das Kaubonbons?
Optikerin: Das, äh … ja, nehmen Sie, bitte, um Gottes Willen, nehmen Sie!

2 Kommentare zu “Freier Journalismus: Durch die Brille der anderen betrachtet

  1. Die Arbeitssituation kommt mit sehr bekannt (und entsprechend normal) vor… herrlich, vor dem inneren Auge die immer weiter entgleitenden Gesichtszüge der Optikerin zu sehen…

    • Zwischendurch sagte ich noch: „Ich starre höchstens mal an die Wand.“ Darauf die Optikerin: „Na, das ist aber auch schlecht, wenn die Wand ein bisschen weiter entfernt ist.“ Ich hab dann nichts gesagt, weil die Wand, auf die ich starre, direkt vor meiner Nase ist. Wenn ich es so mag!

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